DGNB
DGNB System Version 2017

Der Mensch im Mittelpunkt

Der Mensch im MittelpunktWir bauen für uns, für die Menschen, die einen großen Teil ihres Lebens in Gebäuden verbringen. Vor diesem Hintergrund ist es eine Selbstverständlichkeit, dass der Mensch mit seinem Bedürfnis nach Gesundheit und Wohlbefinden im Mittelpunkt der planerischen und baulichen Entscheidungen steht. Dieses Grundverständnis hat die DGNB von Anfang an in ihrem System verankert.

In der Version 2017 wird dieses elementare Verständnis konsequent weitergeführt und verstärkt gefördert. Hierzu zählt beispielsweise die kritische Auseinandersetzung mit der eingesetzten Technik in einem Gebäude und der damit einhergehenden, möglichen Entmündigung der Nutzer. Die Selbstbestimmung und Verantwortung der Nutzer ist ein notwendiger und essentieller Baustein, um einen sinnvollen und angemessenen Gebäudebetrieb sicherzustellen.

Liste der Kriterien, die den Mensch in den Mittelpunkt stellen

KRITERIENNAME ZIEL UND KERNAUSSAGE
Risiken für die lokale Umwelt Die Nutzer des Gebäudes, die an Produktion, Einbau oder bei der Entsorgung beteiligten Menschen sollen nicht wegen den in Gebäuden eingesetzten Baustoffen oder Bauprodukten einer erhöhten Schadstoff- oder Risikostoffexposition ausgesetzt werden.
Verantwortungsbewusste Ressourcengewinnung Die für das Gebäude benötigten Rohstoffe sollen in allen Herkunftsländern unter fairen und menschenwürdigen sozialen Mindeststandards gewonnen und verarbeitet werden.
Trinkwasserbedarf und Abwasseraufkommen Um allen Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen, soll Trinkwasser sparsam eingesetzt werden.
Flexibilität und Umnutzungsfähigkeit Gebäudenutzer sollen mit wenig Aufwand das Gebäude an ihre sich ändernde Anforderungen anpassen können.
Thermischer Komfort Die Menschen in Gebäuden sollen komfortable Raumtemperaturen und angenehme Raumluftfeuchten erleben und durch Zugluft nicht beeinträchtigt werden.
Innenraumluftqualität Die Atemluft in Räumen soll nachgewiesenermaßen sauber und gesund sein und gute Luftwechselraten aufweisen. Raumluftqualitätsmessungen sind als Nachweis hierfür einzusetzen.
Akustischer Komfort Die Menschen in Gebäuden sollen eine gute Hörsamkeit in Räumen erfahren und nicht durch zu hohe Nachhallzeiten beim Arbeiten, Lernen oder bei anderen Aktivitäten gestört werden.
Visueller Komfort In Räumen sollen die Menschen natürliches Tageslicht nutzen können, ohne geblendet zu werden, und künstliches Licht in guten Qualitäten bereit gestellt bekommen.
Einflussnahme des Nutzers Menschen sollen nach ihren individuellen Präferenzen geeignete Raumkonditionen, z.B. in Bezug auf Temperatur und Licht, herstellen können.
Aufenthaltsqualitäten innen und außen Den Nutzern von Gebäuden sollen möglichst vielseitige Aufenthaltsmöglichkeiten sowohl im Inneren als auch im Außenbereich geboten werden, um ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit zu steigern sowie das soziale Miteinander und den Austausch untereinander zu stärken.
Sicherheit Den Menschen soll ein hohes Sicherheitsempfinden ermöglicht werden, um z.B. aus Angst vor Übergriffen durch andere Personen nicht in der eigenen Bewegungsfreiheit eingeschränkt zu werden.
Barrierefreiheit Alle Menschen sollen ungeachtet ihrer individuellen körperlichen Möglichkeiten Gebäude gleichwertig nutzen können.
Schallschutz Menschen sollen in Gebäuden nicht durch Lärm von außen, von Nachbarn oder durch die Gebäudetechnik beim Arbeiten, Lernen und Leben beeinträchtigt werden.
Immissionsschutz Menschen sollen nicht durch Geräusche von Gebäuden oder deren Funktion gestört werden.
Mobilitätsinfrastruktur Durch bauliche Vorrichtungen soll die Nutzung alternative Mobilitätsformen unterstützt werden, um die Gesundheit der Menschen zu stärken und gleichzeitig einen positiv Beitrag für die Umwelt zu leisten.
Dokumentation für eine nachhaltige Bewirtschaftung Es sollen den Personen, die für die Bewirtschaftung eines Gebäudes verantwortlich sind, alle relevanten Informationen vorliegen, die im täglichen Betrieb die Gebäude für ihre Nutzer bereitstellen und optimieren.
Verfahren zur städtebaulichen und gestalterischen Konzeption Es soll gewährleistet werden, dass über eine gute Gestaltung und einen hohen städtebaulichen Bezug die Nutzer des Gebäudes, aber auch andere Menschen im Quartier dieses akzeptieren, wertschätzen und damit gerne und lange nutzen.
Nutzerkommunikation Die Nutzer von Gebäuden sollen über die bereitgestellte Nachhaltigkeitsqualität und die gebotenen Möglichkeiten aufgeklärt werden, um ihren individuellen Einfluss auf die real erreichbare Performance im Betrieb zu optimieren.
Mikrostandort Gebäude sollen auf Umweltrisiken am Mikrostandort ausgelegt sein, um in möglichen Extremsituationen den Menschen Schutz zu bieten.
Ausstrahlung und Einfluss auf das Quartier Menschen sollen Gebäude gerne als Element ihrer Umgebung annehmen und sich mit diesen positiv identifizieren.
Verkehrsanbindung Menschen sollen Gebäude gemäß ihrer individuellen Präferenzen gut und einfach erreichen können und dabei eine möglichst große Vielfalt an Verkehrsträgern nutzen können.
Nähe zu nutzungsrelevanten Objekten und Einrichtungen Nutzer von Gebäuden sollen sich über eine vielfältige, gut erreichbare soziale und erwerbswirtschaftliche Infrastruktur optimal versorgen können.

Die weiteren Kernthemen in der Version 2017 des DGNB Systems:

IHRE ANSPRECHPARTNERIN

Dr. Anna Braune
Leiterin Forschung und Entwicklung
Telefon: +49 711 722322-67

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