FAQ - Gestalterische Qualität

Gestalterische und baukulturelle Qualität

Die DGNB führt als Ergänzung zum bestehenden Zertifizierungssystem eine Bewertung der gestalterischen und baukulturellen Qualität von Gebäuden ein. Damit sollen neben den technischen und oft quantitativen Anforderungen an ein nachhaltiges Gebäude nun auch erstmals die qualitativen Aspekte mit beurteilt werden.

Dabei gibt es einen zweistufigen Ansatz, der folgende Zielgruppen anspricht:

  • Projekte in einer frühen Leistungsphase, die zum DGNB Vorzertifikat oder Zertifikat angemeldet sind.
  • Projekte nach Fertigstellung, die bereits ein DGNB Zertifikat erhalten haben oder sich kurz vor der Prüfung befinden.

Option 1: Planungsbegleitende Handlungsempfehlungen

Mit dieser Option will die DGNB die Auseinandersetzung mit gestalterischen Fragestellungen zu einem frühen Planungszeitraum fördern und über projektspezifische Handlungsempfehlungen positive Impulse setzen. 

Option 2: Bewertung nach Fertigstellung inklusive Ortsbegehung

Diese Variante belohnt alle, die in der Gebäudeumsetzung eine hervorragende gestalterische und baukulturelle Qualität erzielen konnten. Bei einem positiven Prüfergebnis erhält das Projekt eine das Zertifikat ergänzende Auszeichnung. Zusätzlich ist eine Anrechenbarkeit auf die noch nicht abgeschlossene Objektbewertung bei der Zertifizierung möglich. 


Ablauf:

  • Nach Anmeldung auf unserer Website erhalten Sie eine Bestätigung per E-Mail.
  • Der in der Anmeldung angegebene Bauherr des Objekts erhält einen Vertrag per Post zugesandt.
  • Der Architekt / Bauherr reicht die geforderten Planungsunterlagen zum Objekt bei der DGNB ein.
  • Option 1:
    Der betreffende Architekt erhält Gelegenheit, das Projekt dem Beirat für Gestaltungsqualität vorzustellen. Auf dieser Basis erstellt der Beirat eine schriftliche Handlungsempfehlung. Die Teilnehmer werden gebeten, der DGNB eine Dokumentation der Umsetzung der planungsbegleitenden Handlungsempfehlungen zur Verfügung zu stellen.
  • Option 2:
    Es findet eine Ortbegehung statt. Nach abschließender Prüfung und positiver Bewertung durch den unabhängigen Beirat für Gestaltungsqualität erhält das betreffende Projekt eine Auszeichnung.


Qualifizierter Beirat für Gestaltungsqualität

Beide Prüfungsformen werden von einem qualifizierten Beirat für Gestaltungsqualität durchgeführt, dessen Mitglieder eigens dazu von der DGNB und den Architektenkammern, unter fachlicher Begleitung des BDA, berufen werden.


Langfristiger Mehrwert von guter Architektur, bewertet anhand von 4 Kriterien

  • Angemessenheit (Maßstäblichkeit / Einbindung, Umsetzung / Konstruktion,  Beständigkeit / Zeitlosigkeit)
  • Kontext (städtebauliche Einbindung, Erschließung, Umgang mit Freiflächen)
  • Gestalt (Proportion / Komposition, Gesamtanmutung, Materialität / Farbgebung, Detaillierung)
  • Grundriss (Grundrissgestaltung, Innenraumgestaltung, Blickbeziehungen / Orientierung, Raumanordnung und -bezüge)

 

Die wichtigsten Fragen und Antworten in der Übersicht

Prinzip

Was genau hat die DGNB vor?

Die DGNB führt als Ergänzung zum bestehenden Zertifizierungssystem eine Bewertung der gestalterischen und baukulturellen Qualität von Gebäuden ein. Dabei durchlaufen die Projekte einen Beurteilungsprozess durch einen von der DGNB, den Architektenkammern und unter fachlicher Begleitung durch den Bund Deutscher Architekten (BDA) berufenen Beirat für Gestaltungsqualität.

Dabei soll es, je nach Projektstand, zwei verschiedene Formen der Prüfung geben:

  1. Eine Bewertung in der Planungsphase parallel zur DGNB Vorzertifizierung. Ziel hier ist es, dass der Beirat projektspezifische Handlungsempfehlungen gibt, um die gestalterische und baukulturelle Qualität des Objekts frühzeitig positiv zu beeinflussen.
  2. Eine Bewertung des fertiggestellten Gebäudes inklusive einer Begehung des Objekts. Bei einem positiven Prüfergebnis erhält das Projekt eine das Zertifikat ergänzende Auszeichnung.

Für beide Prüfformen startet die DGNB eine Pilotphase, zu der man sich bis zum 14. März 2016 anmelden kann.

Antwort

In welcher Form wird das Prüfergebnis ausfallen?

Es wird eine qualitative Bewertung durch einen Beirat für Gestaltungsqualität geben, die bei der Frage nach der zusätzlichen Auszeichnung entweder positiv oder negativ ausfällt. Die Begründung der Entscheidung wird dann in schriftlicher Form mit einer Stellungnahme des Beirats dokumentiert.

Im Falle der planungsbegleitenden Begutachtung gibt es keine Entscheidung dafür oder dagegen, sondern ausschließlich Handlungsempfehlungen zur möglichen Optimierung der Planung.

Antwort

Wie stellen Sie sicher, dass die Bewertung objektiv erfolgt?

Die gestalterische und baukulturelle Qualität eines Gebäudes kann nur  qualitativ und damit nicht nach konventionellen, objektiv messbaren Indikatoren erfolgen. Um dennoch eine möglichst große Objektivität in der Bewertung zu gewährleisten, folgen wir der Jurysystematik. Gemeinsam mit den Architektenkammern und unter fachlicher Begleitung durch den BDA werden wir einen Beirat für Gestaltungsqualität berufen und mit Experten besetzen, die über umfangreiche Expertise und Erfahrung z.B. als Preisrichter verfügen. Deren Beurteilung basiert auf einer Dokumentationsvorlage, die von den Bauherren zum Projekt auszufüllen ist und sich anhand folgender vier Bewertungskriterien strukturiert:

  • Angemessenheit
  • Kontext
  • Gestalt
  • Grundriss

In der Bewertung der eingereichten Unterlagen sowie bei der Begehung vor Ort wendet der Beirat für Gestaltungsqualität eine standardisierte Bewertungsform an, die vorher von der DGNB, den Architektenkammern, dem BDA und zahlreichen weiteren Experten definiert wurde.

Antwort

Machen andere Zertifizierungssysteme das genauso?

Nein. Mit diesem Schritt ist die DGNB internationaler Vorreiter.

Antwort

Planungsbegleitende Handlungsempfehlungen

Wie sieht der Bewertungsprozess bei der Prüfung in einer frühen Leistungsphase ganz konkret aus?

Innerhalb der Pilotphase können sich alle bereits zum Vorzertifikat oder Zertifikat angemeldeten Projekte der Begutachtung stellen. Dabei müssen Sie zum Projekt eine Dokumentationsvorlage ausfüllen, in der auf verschiedene Weise die gestalterische und baukulturelle Qualität des geplanten Gebäudes erfasst wird. Auf Basis dieses Dokuments und einer Projektvorstellung des Architekten oder Planers in der DGNB Geschäftsstelle bewertet ein von der DGNB, den Architektenkammern und unter fachlicher Begleitung durch den BDA berufener Beirat für Gestaltungsqualität das Projekt und gibt Handlungsempfehlungen für eine mögliche Optimierung. Eine Ortsbesichtigung ist in diesem Fall nicht vorgesehen.

Antwort

Inwieweit sind die Handlungsempfehlungen bindend?

In der Pilotphase ist die Umsetzung der Handlungsempfehlungen nicht bindend. Vielmehr ist es das Ziel der DGNB, Impulse im Sinne der Gestaltqualität und Baukultur zu setzen und eine größere Sensibilisierung für das Thema bei allen am Bau Beteiligten zu erzielen. Bestenfalls erhalten die Bauherren und Planer praktisch anwendbare Hinweise, wie sie ihre Gebäudequalität verbessern können. Wir möchten allerdings alle Teilnehmer an der Pilotphase bitten, die planerische Umsetzung der Empfehlungen bis Ende Januar zu dokumentieren, damit wir aus dieser Testphase den größten Lerneffekt ziehen können.

Mittel- bis langfristig ist es das Ziel, den planungsbegleitenden Bewertungsprozess als integralen Bestandteil im DGNB System mit aufzunehmen. Dann werden wir uns auch der Frage stellen, ob und wie die Handlungsempfehlungen später bindend sind, um etwa beim Gebäudezertifikat zusätzliche Punkte zu erzielen.

Antwort

Muss ich ein DGNB Vorzertifikat oder ein Zertifikat machen, um mein Projekt auf seine gestalterische Qualität prüfen lassen zu können? Oder bieten Sie das auch als eigenständigen Service an?

Es ist nicht geplant, diese Prüfung als Dienstleistung unabhängig von einer Anmeldung zum DGNB Vorzertifikat oder Zertifikat anzubieten.

Der Grundgedanke ist es, die technische Überprüfung des Gebäudes anhand des DGNB Zertifikates zu ergänzen, um unserem ganzheitlichen Anspruch an Nachhaltigkeit bestmöglich gerecht zu werden.

Antwort

Was habe ich davon, wenn ich mich dieser Form der Beurteilung unterziehe?

Von dem Beirat für Gestaltungsqualität gibt es eine unabhängige Beurteilung der gestalterischen und baukulturellen Qualität des Projekts – und dies in einer frühen Planungsphase, in der wichtige Stellschrauben noch justierbar sind. Für die ersten zehn angemeldeten Projekte gilt: DGNB Mitglieder erhalten in der Pilotphase diesen Service kostenlos, Nicht-Mitglieder zahlen nur einen geringen, kostendeckenden Betrag. Sobald die Prüfung zum integralen Bestandteil des DGNB Systems geworden ist, können wir uns vorstellen, dass diese zusätzlich einen positiven Einfluss auf den Gesamterfüllungsgrad des Vorzertifikats oder Zertifikats hat.

Antwort

Prüfung nach Fertigstellung inklusive Objektbegehung

Wie sieht der Bewertungsprozess bei der Prüfung der gestalterischen Qualität nach Fertigstellung des Gebäudes ganz konkret aus?

Innerhalb der Pilotphase können sich alle bereits zertifizierten oder sich kurz vor dem Zertifizierungsprozess befindenden Gebäude der Bewertung stellen und eine Zusatzauszeichnung erlangen. Hierfür müssen sie im Vorfeld eine Dokumentationsvorlage ausfüllen, in der sie die gestalterische und baukulturelle Qualität ihres Projekts herausstellen. Dieses Dokument bildet die Basis für eine Begehung durch das fertig gestellte Gebäude seitens eines von der DGNB, den Architektenkammern und unter fachlicher Begleitung durch den BDA berufenen Beirats für Gestaltungsqualität. Dieser wird zusammengesetzt sein aus drei Experten mit nachweislicher Expertise und Erfahrung in der Bewertung von architektonischer Qualität sowie einem regionalen Bezug zum Projekt. Auf Basis der Ortsbesichtigung und der eingereichten Dokumente bewertet der Beirat, ob das Gebäude die zusätzliche Auszeichnung für die gestalterische und baukulturelle Qualität erhält.

Antwort

Welche Projekte können an dem Auszeichnungsverfahren teilnehmen?

Es können alle DGNB zertifizierten Gebäude (als Neubau zertifiziert) oder sich im Zertifizierungsprozess befindlichen Gebäude teilnehmen. Als weitere Grundvoraussetzung gilt: die Gebäude müssen fertig gestellt sein (Innenausbau mindestens 80%).

Antwort

Wirkt sich die Bewertung der gestalterischen und baukulturellen Qualität auch positiv auf die Zertifizierung aus?

Ist das Gebäude fertiggestellt (mindestens 80% im Innenausbau), kann die Begehung durch den Beirat und dessen positive Bewertung mit 100 CLP im Kriterium PRO1.6 versehen werden. Befindet sich das Projekt bereits in der Zertifizierungsstelle zur Prüfung oder wurde bereits zertifiziert, kann das rückwirkend allerdings nicht mehr erfolgen.

Eine Handlungsempfehlung zur gestalterischen und baukulturellen Qualität ist direkt in der Pilotphase zwar nicht mit Punkten zur Zertifizierung integriert, allerdings kann die Umsetzung dieser Empfehlung sich später auch positiv auf eine mögliche Auszeichnung auswirken.

Antwort

Was muss ich im Vorfeld einer Begehung erledigen?

Im Vorfeld muss eine von der DGNB bereitgestellte Dokumentationsvorlage ausgefüllt werden, die die gestalterische und baukulturelle Qualität des Projekts dokumentieren soll und als Grundlage für die Begehung dient. Hierbei handelt es sich z.B. um Gebäudepläne, Konzeptskizzen und erläuternde Texte.

Antwort

Was genau passiert bei der Begehung? Wie läuft diese ab?

Die Mitglieder des Beirats für Gestaltungsqualität besichtigen gemeinsam mit einem Mitarbeiter der DGNB Geschäftsstelle das Gebäude sowie die unmittelbare städtebauliche Umgebung. Hierfür sollte mindestens ein Vertreter des Bauherrn als Unterstützung verfügbar sein, um mögliche Fragen zu beantworten und ggfs. Wege zugänglich zu machen. Anhand der Dokumentationsvorlage prüft der Beirat die gestalterische und baukulturelle Qualität des Gebäudes. Dabei dokumentiert der Beirat die Begehung.

Antwort

Wie kann oder muss ich mich auf die Begehung durch die Jury vorbereiten? Wer sollte von Projektseite aus teilnehmen?

Das Gebäude selbst, sowie ein Weg rund um das Gebäude (sofern möglich) sollte für den Beirat für Gestaltungsqualität frei zugänglich gemacht werden. Die Dauer der Ortsbesichtigung richtet sich nach der Größe des Projekts und sollte inklusive der Absprachen und der Nacharbeitung nicht länger als einen Tag dauern. Eine Führung des Architekten ist wünschenswert, aber nicht verpflichtend.

Antwort

Wann findet die Begehung statt? Wie erfolgt die Terminfindung?

Eine Begehung durch die Jury kann erst nach Fertigstellung (mindestens 80% Innenausbau) des Gebäudes erfolgen. Während der Pilotphase werden die möglichen Termine vorab festgelegt und rechtzeitig bekannt gegeben. In einer späteren Operationalisierung ist geplant, den Beirat mehrmals im Jahr zusammentreten zu lassen. Die Auswertung der Pilotphase und die Anfrage vom Markt bestimmen dabei die Häufigkeit des Zusammentreffens und die Anmeldefristen. 

Antwort

Wird die Begehung dokumentiert? Wenn ja, in welcher Form?

Die Begehung wird mit Fotos und schriftlich von einem Mitglied des Beirats für Gestaltungsqualität dokumentiert.

Antwort

Was habe ich davon, wenn ich mein bereits zertifiziertes Projekt dieser Prüfung unterziehe?

Die Auszeichnung durch den unabhängigen Beirat für Gestaltungsqualität stellt heraus, dass ein zertifiziertes Gebäude nicht nur technisch, sondern auch gestalterisch und baukulturell die höchsten Qualitätsstandards in punkto Nachhaltigkeit erfüllt. Dies bietet zusätzliches PR- und Marketing-Potenzial. Stand heute sind Bauherren und Architekten damit echte Pioniere, die demonstrieren, dass Nachhaltigkeit, Innovation und Ästhetik zusammen funktionieren. Auch für das Gebäudezertifikat kann die Auszeichnung positive Effekte haben. Sollte die Prüfung der gestalterischen Qualität bereits vor Finalisierung des Zertifizierungsprozesses erfolgreich durchlaufen worden sein, kann diese bei Kriterium PRO 1.6 positiv in die Bewertung mit einfließen.

Antwort

Wie kann ich mich für die Auszeichnung anmelden? Wer kann ein Projekt anmelden?

Anmelden kann sich der Eigentümer oder Bauherr, der zuständige Architekt oder der DGNB Auditor über ein Anmeldeformular auf der DGNB Website.

Antwort

DGNB Beirat für Gestaltungsqualität

Welche Funktion hat der Beirat genau?

Bei der Prüfung in einer frühen Leistungsphase soll der Beirat für Gestaltungsqualität konkrete Handlungsempfehlungen geben, mit denen die gestalterische und baukulturelle Qualität eines Projekts optimiert werden kann.

Bei der Prüfung fertiggestellter, zertifizierter Gebäude bewerten ausgewählte Mitglieder des Beirats die gestalterische und baukulturelle Qualität der Umsetzung und entscheiden, ob das Projekt mit einer zusätzlichen Auszeichnung prämiert wird.

Antwort

Wer sitzt in dem Beirat?

Pro Region in Deutschland soll es, zusammengesetzt aus Mitgliedern des Beirats für Gestaltungsqualität, dreiköpfige Gremien geben, für die die DGNB und die Architektenkammern jeweils einen Vertreter bestimmen. Als jeweils drittes Mitglied soll ein Vertreter mit regionalem Bezug und besonderer, Expertise bestimmt werden. Dieser Vertreter könnte aus der Kommune, dem Kulturbereich, aus Hochschulen oder Ähnlichem stammen.

Antwort

Wer beruft die Beiräte?

Die Berufung erfolgt über die DGNB, die Architektenkammern und unter fachlicher Begleitung durch BDA. 

Antwort

Auf wie lange Zeit werden sie berufen?

Zunächst wird es eine Benennung nur für die Pilotphase geben. Darüber hinaus werden die Mitglieder des Beirats für Gestaltungsqualität für einen Zeitraum von voraussichtlich drei Jahren berufen.

Antwort

Kann ich mich als Beiratsmitglied bewerben?

Für die Pilotphase ist dies nicht vorgesehen. Bei entsprechendem Nachweis der Qualifikation als Preisrichter oder Vergleichbares ist eine spätere Bewerbung möglich. Details dazu werden zu gegebener Zeit über die DGNB Website kommuniziert.

Antwort

Beurteilungskriterien

Auf welchen Kriterien basiert die Beurteilung?

Inhaltlich basiert die Bewertung auf folgenden vier Kriterien

  • Angemessenheit
  • Kontext
  • Gestalt
  • Grundriss

Alle zu bewertenden Gestaltungskriterien werden unter dem Deckmantel der Angemessenheit und der Zeitlosigkeit betrachtet. Hierunter fallen auch die Konstruktion, die Materialität und Maßstäblichkeit an sich, sowie die Angemessenheit der Aufgabe im Bezug zur Umsetzung. Unter Kontext verstehen wir unter anderem die städtebauliche Einbindung in die Nachbarschaft und den Umgang mit den Freiflächen im Bezug zum Gebäude wie auch zur Umgebung. Hinter dem Begriff der Gestalt verbergen sich Aspekte wie Proportion, Komposition und die Gesamtanmutung des Projektes. Unter der gestalterischen Qualität des Grundrisses fließen sowohl Form und Flexibilität, als auch funktionale und nutzerfreundliche Aspekte in die Bewertung mit ein.

Antwort

Was fließt in die Gesamtbewertung mit ein?

Die Stimmigkeit und das Zusammenspiel der einzelnen Bewertungskriterien sowie deren Angemessenheit und Beständigkeit bilden die Grundlage der Gesamtbewertung. Die Gewichtung einzelner Aspekte ist projektabhängig und liegt im Ermessen des qualifizierten Beirats für Gestaltungsqualität. So sind z.B. bei einem Objekt in bester innerstädtischer Lage mit dichter Bebauung die städtebaulichen Aspekte unterschiedlich zu gewichten als ein Gebäude auf freiem Feld.

Antwort

Wie hoch muss mein Erfüllungsgrad sein, um die Auszeichnung zu erhalten?

Es gibt keinen Erfüllungsgrad, wie dies bei der Bewertung im DGNB Zertifizierungssystem der Fall ist, da es sich um eine qualitative Bewertung handelt. Es gilt das Prinzip der Einstimmigkeit: Alle drei Mitglieder des Beirats für Gestaltungsqualität aus unterschiedlichen Fachrichtungen (z.B. Architektur, Landschaftsarchitektur, Städtebau) müssen sich einig sein, dass dieses Gebäude die Anforderungen an ein gestalterisch und baukulturell wertvolles Gebäude in besonderem Maße erfüllt.

Antwort

Sind die Prüfkriterien bei einer Handlungsempfehlung und einer abschließenden Bewertung dieselben?

Die Prüfkriterien sind bei beiden Optionen im Prinzip dieselben. Die Art der Bewertung unterscheidet sich jedoch hinsichtlich der Möglichkeiten des Beirats für Gestaltungsqualität. Da sich bei einer Handlungsempfehlung das Projekt noch in einer frühen Leistungsphase befindet, können Indikatoren wie die Innenraumgestaltung und die Detailierung noch keinen Einfluss auf die Bewertung haben. 

Antwort

Wer ist an der Entstehung der Kriterien beteiligt gewesen?

Bei der Entwicklung hat die DGNB eng mit den Architektenkammern und dem Bund Deutscher Architekten zusammengearbeitet. Zahlreiche weitere Experten – Architekten, Planer und Ingenieure, DGNB Mitglieder und Externe – haben sich in verschiedenen Workshops und Arbeitsgruppen persönlich eingebracht und so an der Lösung mitgearbeitet.

Antwort

Pilotphase

Was ist das Ziel der Pilotphase?

Mit der Pilotphase verfolgen wir mehrere Intentionen. Zum einen überprüfen wir, ob das generelle Vorgehen praxistauglich ist, um dieses gegebenenfalls anzupassen. Auch die Dokumentationsvorlage und die darin enthaltenen Themenfelder prüfen wir auf Anwendbarkeit in der Praxis. Zudem wollen wir im Hinblick auf die anfallenden Aufwände und die damit verbundenen Kosten Informationen aus der Pilotphase ziehen. Letztlich ist die Pilotphase auch ein Test, ob unser Angebot am Markt tatsächlich auf Interesse stößt. 

Antwort

Wie melde ich mein Projekt für die Pilotphase an und bis wann kann ich mich anmelden?

Innerhalb der Pilotphase können Antragssteller ihr Projekt über die DGNB Website anmelden. Daraufhin schicken wir dem Antragsteller einen Vertrag zu, der per Post wieder an die DGNB zurückgeschickt werden muss. Die Anmeldung ist bis zum 14. März 2016 möglich.

 
Antwort

Wer muss sich anmelden? Der Bauherr, der Architekt oder der Auditor?

Die Anmeldung erfolgt über den Bauherrn, Eigentümer, DGNB Auditor oder den Architekten des zu bewertenden Projekts.

Antwort

Können alle Projekte mitmachen? Oder nur solche, die ein Zertifikat in Platin oder Gold erhalten haben?

Bei den Handlungsempfehlungen können alle zum Vorzertifikat oder Zertifikat angemeldeten Projekte teilnehmen. Bei der Auszeichnungsvariante können alle Gebäude mitmachen, die entweder vor der Prüfung durch die DGNB Zertifizierungsstelle stehen oder bereits DGNB zertifiziert wurden. Der Auszeichnungsgrad spielt dabei keine Rolle. Eine Auszeichnung oder Handlungsempfehlung für Quartiere ist innerhalb der Pilotphase nicht vorgesehen.

Antwort

Wie lange läuft die Pilotphase?

Die Pilotphase wird bis Ende April 2016 laufen.

Antwort

Ist es sicher, dass die DGNB das Thema auch nach der Pilotphase weiter verfolgen wird?

Wir stoßen mit unseren Bemühungen durchweg auf positives Feedback, sodass das Thema auch nach der Pilotphase weiterverfolgt wird. Wir werden die Pilotphase dafür nutzen, die Beurteilungskriterien zu verfeinern und die preislichen Konditionen so anzupassen, dass der Prozess langfristig für die DGNB wirtschaftlich umsetzbar bleibt.

Antwort

Kosten

Was kostet die planungsbegleitende Handlungsempfehlung?

In der Pilotphase sind die Prüfung und die damit verbundenen Handlungsempfehlungen für DGNB Mitglieder kostenfrei. Für Nicht-Mitglieder fallen Kosten in Höhe von 2.000 Euro an. Dies gilt für die ersten 10 angemeldeten Projekte. Danach erhöhen sich die Kosten auf 2.000 Euro für DGNB Mitglieder bzw. auf 4.000 Euro für Nicht-Mitglieder. Alle Preise verstehen sich jeweils gesetzlicher zzgl. USt. in gesetzlicher Höhe. Wir behalten uns vor, diesen Betrag nach der Auswertung der Pilotphase nochmals anzupassen. Erstmals gilt der Mitgliederrabatt nicht nur, wenn der Antragsteller bzw. Bauherr ein Mitglied der DGNB ist, sondern auch die Mitgliedschaft des beteiligten Architekten darf für die Vergünstigung herangezogen werden. 

Antwort

Was kostet diese Prüfung des fertig gestellten und zertifizierten Projekts inklusive der Begehung?

Die Kosten für die Prüfung des fertiggestellten Projektes inklusive der potentiellen Auszeichnung belaufen sich auf 5.600 Euro für DGNB Mitglieder (Antragsteller / Bauherr oder beteiligter Architekt) bzw. 8.000 Euro für Nicht-Mitglieder. Die Preise verstehen sich zzgl. gesetzlicher Ust. in gesetzlicher Höhe. Wir behalten uns vor, diesen Betrag nach der Auswertung der Pilotphase nochmals anzupassen.

Antwort

Wird es eine Preiserhöhung nach der Pilotphase geben?

Die für die Pilotphase veranschlagten Kosten werden ausgewertet und die Preise danach angepasst.

Antwort

Ist das nicht alles nur Geldmacherei?

Nein. Die veranschlagten Preise sind wie alle Preise bei der DGNB auf Kostendeckung angelegt. Die Handlungsempfehlungen sind für DGNB Mitglieder anfangs sogar kostenfrei, da wir hier unseren originären Vereinsauftrag darin verstehen, dass wir unsere Mitglieder dabei unterstützen, die bestmöglichen Gebäude zu realisieren. Das Thema ist uns und unseren Mitgliedern wichtig, weshalb wir alles daran setzen, eine Marktakzeptanz für das Produkt zu erzielen. Wir sind überzeugt, dass die Mehrwerte nach erfolgreicher Prüfung die anfallenden Kosten für den Bauherrn bzw. Eigentümer deutlich übersteigen. 

Antwort

Motivation der DGNB

Warum macht die DGNB das überhaupt?

Schon seit der Gründung der DGNB war es ein zentraler Aspekt, die gebaute Umwelt ganzheitlich zu verbessern. Hierbei nimmt die gestalterische Qualität einen zentralen Stellenwert ein. Die bisherigen Lösungsversuche, das Thema im auf quantitativ messbaren Faktoren beruhenden DGNB System unterzubringen, waren nicht zufriedenstellend. Daher haben wir mit zahlreichen Experten – aus unserer Mitgliedschaft, aber auch darüber hinaus – einen Prozess angestoßen, um uns dem Thema adäquat zu nähern. Wir wollten einen Lösungsansatz entwickeln, der die Wünsche des Marktes bestmöglich abbildet und gleichzeitig im Rahmen der Möglichkeiten der DGNB funktioniert.

Antwort

Bewertung von gestalterischer und baukultureller Qualität: Was hat das denn mit nachhaltigem Bauen zu tun?

Ein allein technisch hervorragendes Gebäude garantiert nicht, dass es auch gerne und lange genutzt wird. Die gestalterische und baukulturelle Qualität von Gebäuden ist im Sinne der Nachhaltigkeit also wichtig, denn wenn ein Gebäude vom Nutzer als ansprechend empfunden und akzeptiert wird, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht leer steht oder abgerissen wird, deutlich höher. 

Antwort

Was halten denn Ihre Mitglieder von dem neuen Konzept?

Mit dem neuen Konzept folgen wir einem immer wieder geäußerten Wunsch aus der Mitgliedschaft. Aus dem Markt heraus und hier insbesondere von Architekten gab es immer wieder kritische Stimmen, dass die DGNB die gestalterische Qualität als Nachhaltigkeitsmerkmal zu sehr ausklammert. Das neue Konzept ist ein großer Schritt nach vorne. Dass wir zahlreiche Mitglieder, aber auch zertifizierungskritische Personen und Institutionen in die Entwicklung des Konzepts eingebunden haben, trägt dazu bei, dass wir auf viel positive Resonanz stoßen, selbst von Investorenseite.

Antwort

Wird das Thema zum integralen Bestandteil im DGNB System? Oder bleibt es eine Bewertung als Add-on?

Für die Variante der Handlungsempfehlungen streben wir die Integration ins DGNB System mittel- bis langfristig an. Hierzu werden wir allerdings erst die Erfahrungen aus der Pilotphase auswerten, um eine finale Entscheidung zu treffen.

Antwort

Weitere Fragen

Können sich auch internationale Projekte anmelden?

Die Auszeichnung wird zunächst nur für Projekte in Deutschland möglich sein. Allerdings können sich auch internationale DGNB Projekte der Option der Handlungsempfehlung gerne stellen. Ziel ist es, das Thema nach der erfolgreichen Durchführung der Pilotphase durchgängig zu internationalisieren. Bereits seit der Entwicklung arbeiten wir sehr eng mit dem dänischen Green Building Council zusammen, um eine spätere Internationalisierung so reibungsfrei wie möglich einführen zu können.

Antwort

Ist ein ähnliches Prinzip auch für Quartiere vorgesehen?

In der Pilotphase noch nicht. Sobald wir diese ausgewertet haben, werden wir entscheiden, ob wir für Quartiere etwas Ähnliches anbieten werden. Grundsätzlich streben wir dies selbstverständlich an, da es uns ein wichtiges Anliegen ist, dass unsere Herangehensweisen und Inhalte einheitlich in unseren Handlungsfeldern angewendet werden. 

Antwort