Nutzungsprofile

Die DGNB Systemversion 2015

Impulse aus der Anwendung sowie eine vertiefte Ausrichtung auf zukunftsrelevante Themen – dies waren die zentralen Aspekte bei der Entwicklung der DGNB Systemversion 2015.

Die DGNB Version 2015 im ersten Nutzungsprofil „Neubau Büro- und Verwaltungsgebäude“ präsentiert sich gegenüber der Vorgängerversion noch anwendungsfreundlicher und flexibler. Alle übrigen Nutzungsprofile werden aktuell analog NBV15 (15.05.15) überarbeitet.

Bis zum 31. Juli 2015 können Projekte sowohl mit der Marktversion "Neubau Büro- und Verwaltungsgebäude, Version 2015.2" als auch "Neubau Büro- und Verwaltungsgebäude, Version 2012 Upgrade" angemeldet werden. Nach dieser Übergangszeit sind Anmeldungen ausschließlich auf die Version NBV15 (15.05.15) möglich. Die einzige Ausnahme sind Projekte, die schon mit der Marktversion 2008, 2009 oder 2012 vorzertifiziert wurden bzw. zur Vorzertifizierung angemeldet sind. Diese dürfen mit der gleichen Version auch für das Zertifikat angemeldet werden.

Grundsätzliche Neuerungen zum DGNB System


Drei maßgebliche Veränderungen der Systemversion 2015 wurden auf alle in der Anwendung befindlichen Nutzungsprofile übertragen, da diese die Anwendungsfreundlichkeit und Flexibilität des DGNB Systems signifikant fördern und damit die Weiterentwicklung des Themas „Nachhaltigkeit“ unterstützen:

  • Projektindividuelle Lösungen und Innovationen
  • Alternative Nachweisführung
  • Neue Mischnutzungsregelung


Projektindividuelle Lösungen und Innovationen
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Projektindividuelle Lösungen und Innovationen werden gefördert und gehen positiv in die Bewertung ein. Das heißt: Das (Schutz-) Ziel eines Kriteriums/Indikators kann durch eine Gebäudequalität oder Maßnahme erfüllt werden, die bisher nicht explizit im Kriterium/Indikator beschrieben ist. Dies ist vor der Einreichung des Projekts mit der DGNB Zertifizierungsstelle abzustimmen und entsprechend nachzuweisen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im internen Bereich der DGNB Website für Auditoren und Consultants unter der Rubrik „Projektanfragen“.


Alternative Nachweisführung.

Es sind alternative Nachweisführungen möglich. Das heißt: Kann ein Kriterium/Indikator durch einen bisher nicht im Rahmen der Dokumentationsanforderungen formulierten Nachweis belegt werden, wird dieser nach vorheriger Abstimmung mit der DGNB Zertifizierungsstelle anerkannt. Hierdurch wird der Dokumentationsaufwand an die Gegebenheiten und Informationsgrundlagen des Projekts individuell anpassbar und damit reduziert.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im internen Bereich der DGNB Website für Auditoren und Consultants unter der Rubrik „Projektanfragen“.


Neue Mischnutzungsregelung.

Um dem höheren Dokumentationsaufwand bei mischgenutzten Gebäuden entgegenzuwirken, wurde folgende, neue Regelung getroffen: Flächen < 15 % der DGNB Bemessungsfläche können einer anderen Nutzung entsprechen, ohne dass eine Mischnutzung berücksichtigt werden muss. Damit soll das Eintreten des Mischnutzungsfalls entsprechend reduziert werden.

Nebennutzung:
Eine oder mehrere Nutzungen, die einem anderen Nutzungsprofil als der Hauptnutzung zugeordnet werden und deren Flächenanteil an der DGNB Bemessungsfläche ADGNB ≥ 15 % beträgt, wird als Nebennutzung bezeichnet. Die Flächen einer Nebennutzung müssen mit dem entsprechenden Nutzungsprofil bewertet werden. Liegt mindestens eine Nebennutzung vor, ist das betrachtete Gebäude nach dem Nutzungsprofil MIX15 zu bewerten.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im internen Bereich der DGNB Website für Auditoren und Consultants unter der Rubrik „Nutzungsprofile der Version 2015 / NBV15“.

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Neuerungen Systeminhalte und -anwendung, Systemversion 2015 (Auszug)


Im Folgenden finden Sie eine Kurzübersicht zu den wichtigsten Änderungen der Systemversion Update 2012 zur Version 2015:

  • Neues Kriterium zur Mobilitätsinfrastruktur (TEC3.1): Ziel des neuen Kriteriums ist es, eine Gebäudeplanung zu fördern, die das Zukunftsthema Elektromobilität, das Mobilitätsangebot aus der unmittelbaren Umgebung sowie die Nutzung alternativer, umweltfreundlicher Verkehrsmittel (z.B. Fahrrad) unterstützt.  
  • Erweiterung des Kriteriums Rückbau- und Recyclingfähigkeit (TEC1.6): Integration der Herstellerverantwortung, um geschlossene Materialkreisläufe zu fördern

  • Erleichterte Umsetzung des Kriteriums Barrierefreiheit (SOC2.1): Die Inhalte des Kriteriums lehnen sich an den Leitfaden „Barrierefreies Bauen“ (BMUB) an. Im Leitfaden wird die Umsetzung der DIN 18040 anhand von Praxisbeispielen verdeutlicht.

 

  • Möglichkeit zur Übererfüllung in ENV1.1 Ökobilanz – emissionsbedingte Umweltwirkungen und ENV2.1 Ökobilanz – Ressourcenverbrauch:Höhere Qualitäten können als Kompensation innerhalb einer Themengruppe verrechnet werden. Auf der Zertifikatsurkunde wird die jeweilige Übererfüllung durch gesonderte Darstellung des entsprechenden Ergebnisses verdeutlicht.
  • Erweiterung des Kriteriums Ökobilanz – Ressourcenverbrauch (ENV2.1): Berücksichtigung des „Wasserfußabdrucks“ und des abiotischen Ressourcenverbrauchs über den Lebenszyklus von Gebäuden.

  • Neuausrichtung des Kriteriums Außenraumqualitäten (umbenannt in Aufenthaltsqualitäten Innen/Außen, SOC1.6) mit Fokus auf den Nutzer.

  • Verschieben des Kriteriums Verfahren zur städtebaulichen und gestalterischen Konzeption (SOC3.1) in die Prozessqualität (Neu: PRO1.6), da hier prozessuale Optimierungen in der Planung durch wettbewerbsorientierte Indikatoren abgebildet werden.

  • Umbenennen des Kriteriums SOC 2.2 in Nutzungsangebote für die Öffentlichkeit: Die Änderung der Begrifflichkeit setzt den Fokus auf die Nutzungsvielfalt von Gebäuden und deren Außenraum und fördert damit die Anwendbarkeit für unterschiedliche Gebäudetypen.

  • Umbenennen des Kriteriums TEC1.3 in Wärme- und Tauwasserschutz der Gebäudehülle: Überarbeitung des Kriteriums zur besseren Verständlichkeit und vereinfachten Nachweisführung sowie Anpassung der Bewertung an die neue EnEV2014.

  • Die Kriterien Brandschutz (TEC1.1) und Kunst am Bau (SOC3.2) entfallen.

  • Neuorganisation bzw. Streichen von Themen in der Qualitätsgruppe der Prozessqualität: Fokussierung der erforderlichen Dokumentation auf Informationen, die im Lebenszyklus des Projekts relevant für Betrieb, Modernisierung und Rückbau sind. Rückblickende Nachweise entfallen grundsätzlich.
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Hier finden Sie eine Komplettübersicht zu den Kriterienanpassungen NBV 2012 Upgrade / NBV 2015 und Kriterienanpassungen NBV 2015 / NBV15 (15.05.15).

DGNB Mitgliedern und Auditoren stehen die Kriterien auch im Änderungsmodus im internen Bereich zum Download zur Verfügung.

Zu den Kriterien Neubau Büro- und Verwaltungsgebäude, Version 2015 (15.05.15)

Hier finden Sie die Kriterienübersicht (Bedeutungsfaktoren und Gewichtung) für Neubau Büro- und Verwaltungsgebäude, Version 2015 (15.05.15)