DGNB

Sanierung

Das Nutzungsprofil Sanierung schließt die Lücke zwischen den bestehenden Systemen für Neubau- und Bestand. Mit der neuen Systemanwendung können Gebäude zertifiziert werden, an denen Sanierungsmaßnahmen vorgenommen wurden. Die Anforderungen orientieren sich an denen des Neubaus, berücksichtigen jedoch auch die Besonderheiten bei Sanierungsprojekten – der Fokus liegt bei Kernsanierungen. Neben ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten spielt der Nutzerkomfort – etwa in akustischer, thermischer und visueller Hinsicht, der großen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und Motivation von Arbeitskräften hat, eine wichtige Rolle.

 

Neue Nutzungsprofile nach bekanntem Schema


Neben Büro- und Verwaltungsgebäuden möchten wir auch weitere Nutzungsarten an der Erstanwendungsphase teilnehmen lassen. Analog zu den Neubau-Bezeichnungen der Nutzungsprofile werden auch die unterschiedlichen Anwendungen der Sanierung abgekürzt:

  • SBV16 – Sanierung Büro- und Verwaltungsgebäude, Version 216
  • SBI16 – Sanierung Bildungsbauten, Version 2016
  • SWO16 – Sanierung Wohngebäude, Version 2016
  • SVM16 – Sanierung Verbrauchermärkte, Version 2016
  • SSC16 – Sanierung Shoppingcenter, Version 2016
  • SGH16 – Sanierung Geschäftshäuser, Version 2016
  • SLO16 – Sanierung Logistikgebäude, Version 2016
  • SPS16 – Sanierung Produktionsstätten, Version 2016
  • SHO16 – Sanierung Hotelgebäude, Version 2016

 

Angepasste Kriterien für Sanierungen

Grundlage für das Nutzungsprofil Sanierung, Version 2016 sind die aktuellen und schlanken Nutzungsprofile, wie z.B. Büro- und Verwaltungsgebäude, Version 2015, d.h. abgesehen von folgenden, speziell für SBV16 angepassten Kriterien (inkl. der zur Verfügung gestellten Tools), sind die Kriterien (und Tools) der Version NBV15 anzuwenden:

  • ENV1.1 - ÖKOBILANZ – EMISSIONSBEDINGTE UMWELTWIRKUNGEN
  • ENV2.1 - ÖKOBILANZ – RESSOURCENVERBRAUCH
  • ENV2.3 - FLÄCHENINANSPRUCHNAHME
  • ECO1.1 - GEBÄUDEBEZOGENE KOSTEN IM LEBENSZYKLUS
  • SOC2.1 - BARRIEREFREIHEIT
  • TEC1.3 - TAUWASSERSCHUTZ DER GEBÄUDEHÜLLE (wird nachgereicht)
  • TEC1.6 - RÜCKBAU- UND RECYCLINGFREUNDLICHKEIT
  • PRO1.1 - PROJEKTVORBEREITUNG UND PLANUNG


Dies hat den Vorteil, dass Gebäude mit Sanierungsmaßnahmen nach den bewährten Kriterienanforderungen des Neubaus ganzheitlich bewertet und in relevanten Kriterien die Anforderungen, die aus Sanierungsmaßnahmen resultieren, berücksichtigt werden.

 

Erstanwendungsphase: Jetzt Projekt einreichen!

Seit dem 12. Mai 2016 ist die Projektanmeldung für die Erstanwendungsphase des Nutzungsprofils Sanierung Büro- und Verwaltungsgebäude geöffnet. Am 13.10.2016 wurde die Anwendbarkeit für alle Nutzungsprofile der Version 2015 erweitert.
Derzeit können wir Ihnen im Rahmen der Erstanwendungsphase die Kriterien und Tools für das Nutzungsprofil Sanierung Büro- und Verwaltungsgebäude, Version 2016 zur Verfügung stellen. Die Systematik lässt sich jedoch einfach auf die anderen Nutzungsarten übertragen. Tools erstellen wir dann gerne für Sie auf Anfrage.

Alle für das Audit relevanten Unterlagen erhalten Sie auf Anfrage bei Herrn Johannes Stöbe j.stoebe(at)dgnb.de.


Während der Erstanwendungsphase ist ein Workshop mit relevanten Marktteilnehmern zur Evaluierung und zur Vorbereitung der Marktversion vorgesehen.

Zur Projektanmeldung

Zur Gebührenordnung

Zur Kriterienanforderung

 

 

FAQ - Sanierung

Wie unterscheiden sich die Nutzungsprofile Sanierung von Neubau und Bestand?

Mit dem Nutzungsprofil Sanierung wird die Lücke zwischen Neubau und Bestand geschlossen und soll eine Zertifizierung der Projekte ermöglichen, die weder in die Abgrenzungsregel des Bestands noch in die des Neubaus passen.

Grundlage für die Nutzungsprofile Sanierung, Version 2016 sind die aktuellen und schlanken Nutzungsprofile der Version 2015. Einzelne Kriterien wurden speziell für Sanierung angepasst. In den Ökobilanz-Kriterien und der „Rückbau- und Recyclingfreundlichkeit" wird beispielsweise der Gebäudebestand nicht mit bewertet. Bei der „Flächeninanspruchnahme" wird insbesondere die Flächenentsiegelung positiv bewertet. Grundsätzlich ist bei allen Sanierungsprojekten durch eine gutachterliche Stellungnahme nachzuweisen, dass aus dem Gebäudebestand keine gesundheitlichen Risiken aus Schadstoffen hervorgehen. Das Thema Bestandserfassung wird im Kriterium „Projektvorbereitung und Planung" betrachtet.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit das Nutzungsprofil Sanierung angewendet werden kann?

Übeschreiten die Modernisierungsmaßnahmen die Abgrenzungsregeln für Bestandsbauten, ist eine Zertifizierung nach Sanierung durchzuführen. Dies ist der Fall, wenn in den letzten 3 Jahren folgende Modernisierungsmaßnahmen vorgenommen wurden (entweder a oder b):

50 % der Fassaden- und Dachfläche (energetisch wirksam) + eine wesentliche Änderung (Erzeugung und Verteilung) an Lüftung oder Heizung oder Kälte
25 % der Fassaden- und Dachfläche (energetisch wirksam) + zwei wesentliche Änderungen (Erzeugung und Verteilung) an Lüftung oder Heizung oder Kälte

Ab wann können Projekte für die Zertifizierung angemeldet werden?

Die Erstanwendungsphase hat im Mai 2016 begonnen, seitdem ist die Projektanmeldung zur Einreichung geöffnet.

Welche Art der Auszeichnung wird es geben?

Analog zu den bestehenden Neubau-Zertifikaten wird es die Auszeichnungen in Platin, Gold und Silber geben.

Was kostet die Zertifizierung nach "Sanierung"?

Die Zertifizierungsgebühren für Sanierungen entsprechen denen der Neubau-Nutzungsprofile, siehe Zertifizierungskosten.

Welche Voraussetzungen muss ein Auditor erfüllen?

Da "Sanierung" den Nutzungsprofilen der Version 2015 inhaltlich sehr ähnlich ist, kann das Audit durch alle ausgebildeten DGNB Gebäudeauditoren durchgeführt werden

Was ist mit Erstanwendungsphase gemeint?

Wenn die DGNB ein neues Zertifizierungssystem oder Nutzungsprofil entwickelt, werden die erarbeiteten Kriterieninhalte in der Erstanwendungsphase an realen Projekten getestet und auf ihre Praxistauglichkeit hin überprüft. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob die Gewichtungen der Kriterien untereinander sowie die verankerten Ziel- und Referenzwerte richtig gesetzt sind. Die Projekte, die an der Erstanwendungsphase teilnehmen, geben zum Ende nach der Prüfung ihr Feedback zum Zertifizierungsprozess für eine nachgelagerte Evaluation, bei der die DGNB zahlreiche relevante Marktteilnehmer involviert. Die Erkenntnisse dieser Evaluierung fließen in die letztlich veröffentlichte Marktversion mit ein.

Während der Erstanwendungsphase ist die Einhaltung der Nebenanforderung nicht verpflichtend!

Wie lange dauert die Erstanwendungsphase?

Geplant ist, dass die Erstanwendungsphase bis Ende 2017 abgeschlossen sein wird.

Woher erhalte ich die für das Audit erforderlichen Unterlagen?

Alle für das Audit relevanten Unterlagen erhalten Sie auf Anfrage bei Herrn Johannes Stöbe j.stoebe(at)dgnb.de.

IHR ANSPRECHPARTNER

Johannes Stöbe
Systementwicklung Gebäude
Telefon: +49 711 722322-20