FAQ - Innenräume

Warum führt die DGNB ein Zertifikat für Innenräume ein? Braucht es wirklich noch ein neues Zertifikat?

Rund 90% ihrer Zeit halten sich Menschen in Innenräumen auf. Zwar zielen einzelne Kriterien bereits auf Innenräume ab, allerdings stellt die DGNB mit den Zertifikaten für den Neubau, die Sanierung und den Bestand Bewertungssysteme nur für gesamte Gebäude zur Verfügung. Für Projekte, die jedoch nur einen Teil eines Gebäudes betrachten, wie den Ausbau einer Ladenfläche oder einer Büroetage, fehlte bislang ein System mit adäquatem Umfang und Fokus. Diese Lücke wird durch die Auszeichnung für Innenräume geschlossen.

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Was genau wird zertifiziert?

Innenräume nach Fertigstellung für Büros oder den Handel. Der Betrachtungsrahmen bezieht sich auf den Ausbau und die Möblierung.

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Für wen ist das Zertifikat für Innenräume interessant? Wer ist die Zielgruppe?

  • Innenarchitekten
  • Mieter
  • Bauherren für Objekte mit hohem Ausbaustandard
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Welche Kriterien werden abgefragt und was steckt jeweils dahinter?

Umweltwirkungen über den Lebenszyklus:
Wie gut ist die Ökobilanz des Ausbaus und der Möbel? Wurde lebenszyklusorientiert geplant?

Risiken für die lokale Umwelt:
Stecken Schad- und Risikostoffe im Ausbau oder der Möblierung?

Umweltverträgliche Materialgewinnung:
Holz und Naturstein: Wurde bei Hölzern und Naturstein auf einen nachhaltigen Anbau / Abbau geachtet?

Energieeffizienz und Klimaschutz:
Wie effizient ist die Nutzerausstattung? Wird Ökostrom verwendet? Ist der Ausbau klimaneutral ausgeführt?

Kosten über den Lebenszyklus:
Wurden bei der Erstellung neben den Erstellungskosten auch die Folgekosten und die Rückbaukosten beachtet?

Flexibilität und Umnutzbarkeit:
Wie flexibel ist das Ausbaukonzept? Wie effizient wird die vorhandene Fläche genutzt? Werden modulare Möbel eingesetzt?

Innenraumluftqualität:
Wie gut schneidet eine Innenraumluftmessung ab oder wurden ausschließlich emissionsarme Bauprodukte und Möbel eingesetzt? Wird eine gute Lüftungsrate erreicht? Ist eine Beeinträchtigung durch rauchende Personen zu erwarten? Wird die Qualität der Innenraumluft und die Raumluftfeuchte kontinuierlich überwacht?

Akustischer Komfort:
Sind die Oberflächen schallabsorbierend umgesetzt? Wurde die akustische Qualität von Räumen über die Minimierung von Nachhallzeiten im Rahmen der Planung berechnet und optimiert?  

Visueller Komfort:
Sind die Arbeitsplätze frei von Blendung durch Sonneneinstrahlung? Sind Beleuchtungsstärken und die Lichtfarbe auf die Bedürfnisse der Menschen angepasst? Erlauben auf Handelsflächen die Büro- und Pausenräume eine Sichtverbindung nach Außen?

Aufenthaltsqualität:
Sind Angebote zur Förderung des menschlichen Miteinanders und der Kommunikation untereinander auf den Flächen vorhanden? Werden Freizeitangebote und Angebote geschaffen? Wie familienfreundlich ist die Planung der Räume umgesetzt? Spielen Gestaltung und Tageslichtnutzung beim Ausbau und der Möbelwahl eine Rolle? Sind die Räume auf mögliche zukünftige Anforderungen anpassbar? Wie gut lassen sich die umliegenden Außenflächen nutzen und welche Angebote werden den Nutzern zum Verweilen geboten?

Gesundheitsfördernde Angebote:
Sind Flächenbedarfe und Bewegungsflächen ausreichend groß umgesetzt? Unterstützt das Raumkonzept bewegungsfördernde Abläufe der Nutzer? Ist die Möblierung an ergonomische Bedürfnisse angepasst?

Barrierefreiheit:
Sind das Gebäude und die Innenräume ohne Barrieren für alle Nutzergruppen zugänglich?

Rückbau- und Recyclingfreundlichkeit:
Werden recyclingfreundliche Baustoffe und Materialien verwendet? Ist die Konstruktion auf einen einfachen Rückbau ausgelegt? Wird bei der Wahl der Möblierung auf recyclingfreundliche Materialien geachtet, werden die Möbel vom Hersteller nach der Nutzung zurückgenommen oder werden besonders langlebige Möbel eingesetzt?   

Qualität der Projektvorbereitung:
Spielen Nachhaltigkeitsaspekte bei der Wahl der Mietfläche eine gesonderte Rolle? Gibt es ein explizites Pflichtenheft für Nachhaltigkeitsthemen? Werden die Nutzer der Räume im Rahmen der Planung adäquat in Entscheidungsprozessen beteiligt?

Konzeptionierung und Voraussetzungen für eine optimale Nutzung:
Werden im Rahmen der Planung die Themen Abfälle, Reinigung, Instandhaltung und Monitoring von Verbräuchen beachtet? Wird der Energiebedarf der Nutzer beachtet? Werden dem Nutzer Anleitungen und Pläne für Wartung und optimalen Betrieb bereitgestellt? Erhalten die Nutzer ein einfach lesbares Handbuch für die optimale Nutzung der Flächen?

Verfahren zur gestalterischen Konzeption:
Liegt sowohl die Entwurfs- als auch die Ausführungsplanung bei einem Architekten / Innenarchitekten? Wird die Gestaltung der Innenräume und deren Möblierung beachtet und bewertet und werden Varianten untersucht?

 

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Warum ist die Gewichtung der drei Säulen (Hauptkriteriengruppen) anders als in den Zertifikaten für Gebäude?

Der Betrachtungsrahmen des Zertifikats, der auf den beeinflussbaren Nachhaltigkeitsaspekten des Ausbaus und der Möbel liegt, resultiert darin, dass bestimmte Nachhaltigkeitskriterien oder Indikatoren innerhalb eines Kriteriums im Vergleich zum Neubauzertifikat nicht in die Bewertung einfließen. Damit verändert sich die Wichtigkeit eines Kriteriums in der Hauptkriteriengruppe oder die Wichtigkeit eines Indikators in einem Kriterium. Da Projekte zum Innenausbau und der Möblierung stark auf den Nutzer und rein auf die Innenraumflächen ausgelegt sind, werden beispielsweise Eigenschaften der Gebäudehülle (Schallschutz, energetische Qualität), der Gebäudetechnik oder der Parkmöglichkeiten (E-Mobilitätsangebote) nicht bewertet. Ein neues Thema wie Gesundheitsangebote am Arbeitsplatz ergänzt hingegen den bisherigen Katalog im soziokulturellen Bereich. Des Weiteren sind einige Indikatoren in Kriterien gegenüber dem Neubaukatalog entfallen, so dass gegebenenfalls noch die Wichtigkeit des Themas gegeben ist, die in der Innenraumbewertung angewandte Bewertungsmethode jedoch nicht vergleichbar mit dem Neubau zu stellen ist. Hierzu gehört das Kriterium „Kosten über den Lebenszyklus“, in dem keine Benchmarks erreicht werden müssen, sondern die Dokumentation der Berechnung ausreicht.

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Wie funktioniert eine flexible Anwendung der Kriterien?

Auf Indikatorenebene können Themen, die im konkreten Projekt keine Rolle spielen oder nicht beeinflussbar sind, „ausgeschaltet“ werden, ohne dass das Projekt schlechter bewertet wird. Damit reagiert die DGNB auf den Kontext, in dem sich jedes Projekt befindet.

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Wie lässt sich das neue Zertifikat für Innenräume mit anderen Zertifikaten der DGNB kombinieren?

  • Das Zertifikat kann für sich alleine, in zertifizierten und in nicht zertifizierten Neu- oder Bestandsbauten, in Kombination mit dem DGNB Zertifikat für Gebäude im Betrieb, bei Erstbezug oder bei Umnutzung bestehender Flächen angewandt werden.
  • Ist das Gebäude (Neubau, Bestand oder Sanierung) bereits DGNB zertifiziert, können viele der bereits vorliegenden Informationen in die Bewertung der Innenräume einfließen. Damit verringert sich der Aufwand für die Nachweisführung essentiell. Beispiele: Ökobilanzberechnung Innenausbau komplett anrechenbar, Barrierefreiheit komplett anrechenbar, LCC mit Ergänzung der Entsorgungskosten.
  • Um den Aufwand weiter zu verringern können auch Informationen aus anderen Nachhaltigkeitszertifikaten genutzt werden.
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Wie lässt sich das neue Zertifikat für Innenräume mit anderen Zertifikaten der DGNB kombinieren?

Das DGNB Zertifikat für Innenräume wird nach Fertigstellung verliehen. Aufgrund der üblicherweise kurzen Projektlaufzeiten wird kein Vorzertifikat angeboten. Grundsätzlich muss der Innenausbau der zu zertifizierenden Fläche zum Zeitpunkt der Einreichung der Nachweisunterlagen zur Konformitätsprüfung bei der DGNB inklusive der Möblierung fertig gestellt und in Betrieb genommen worden sein. Das Zertifikat verliert seine Gültigkeit, wenn die zertifizierten Flächen einem Umbau unterzogen werden, der nachweislich schlechtere Ergebnisse in der Bewertung nach sich zieht. Werden die Anforderungen des Indikators 1 im Kriterium SOC 1.2 (Innenraumluftqualität) nachweislich nicht mehr erfüllt, verliert das Zertifikat seine Gültigkeit.

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Was kostet das Zertifikat?

Die Preise entnehmen Sie bitte der Gebührenordnung.

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Welche Auszeichnungsstufen gibt es?

Auch für das DGNB Zertifikat für Innenräume gelten die Auszeichnungsstufen Plating, Gold, Silber.

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Greifen die Auszeichnungsstufen bereits in der Erstanwendungsphase?

Ja, die Auszeichnungsstufen Platin, Gold, Silber greifen bereits in der Erstanwendungsphase.

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Seit wann gibt es das DGNB Zertifikat für Innenräume?

Das DGNB Zertifikat für Innenräume befindet sich seit dem 2. Januar 2017 in der Erstanwendungsphase. Diese wird bis voraussichtlich dem 30. Juni 2017 laufen.

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